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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Kornelia
Alter:
27
aus:
Heidelberg
Hintergrund:
Wirtschaftskorrespondentin; Studium Geschichte und Politik
Sprachkurs:
4 Wochen
Praktikum:
5 Wochen
Im Ausland:
2006
Praktikumsort:
Edinburgh, England
Unternehmen:
Presseagentur
Branche:
PR Öffentlichkeitsarbeit

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Kornelia:

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Ich arbeite bei Capital Press Edinburgh. Capital Press gehört zur Presseagentur 'Hemedia', die größte unabhängige Presseagentur in Schottland ist.

In welcher Abteilung des Unternehmens werden Sie eingesetzt?

Es gibt hier nur ein großes Büro, indem ich mit den anderen Kollegen untergebracht bin und direkt mit ihnen arbeite. Ich recherchiere im Internet, erledige administrative Aufgaben, gehe täglich diverse Zeitungen durch, lese viel und schreibe selbst Texte. Außerdem begleite ich Kollegen zu Terminen und sehe, wie sie arbeiten.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

7 Stunden (von 08.30- 16.30 Uhr, eine Stunde Mittagspause)

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Morgens gehe ich zunächst verschiedene Zeitungen durch, lese und halte nach Geschichten Ausschau, die es weiter zu verfolgen lohnt. Danach gehe ich meist mit Kollegen zu einem Termin und schaue mir an, wie sie arbeiten bzw. versuche, ebenfalls mitzuschreiben und die Ereignisse genau zu verfolgen. Des weiteren recherchiere ich viel im Internet und suche zu bestimmten Themenfeldern Informationen, Adressen und Kontakte heraus, die Kollegen benötigen. Schließlich arbeite ich auch an eigenen Artikeln, um diese dann Zeitungen oder Magazinen anzubieten.

Da ich bei meiner Arbeit ständig in Kontakt mit englischen Muttersprachlern stehe, auch mit bei Terminen vor Ort bin sowie Telefongespräche führe, spreche ich praktisch den ganzen Tag über Englisch.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Sehr hilfsbereit, offen, herzlich und interessiert. In dem Unternehmen arbeiten hauptsächlich Kollegen aus Edinburgh und Umgebung. Sie haben auf alle Fälle Verständnis für sprachliche Mängel und wiederholen etwas, wenn ich es beim ersten Mal nicht verstanden habe.

Wie schätzen die Bedeutung des Sprachkurses vor dem Praktikum ein?

Ich fand den Sprachkurs durchaus sinnvoll, da er mir die Gelegenheit gab, mich wieder an tägliches Englischsprechen zu gewöhnen. Der Kurs stellte für mich keine allzu große Herausforderung dar, ich mochte aber meist die Themen und kam mit den Lehrern sehr gut aus. Diese wiesen mich auch genau auf Möglichkeiten hin, wie ich an meinem Englisch weiter arbeiten und es verbessern kann. Außerdem habe ich während des Kurses begonnen, verstärkt an meinem Umgangsprache-Vokabular zu arbeiten, da ich dort Defizite habe.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Der Umgang miteinander ist höflich und mitunter herzlich. Die Fähigkeit zum Smalltalk ist hier weitaus höher ausgeprägt als in Deutschland, was die Atmosphäre angenehmer macht, vor allem, wenn man sich eben noch nicht so gut kennt.

Die Atmosphäre im Büro ist entspannt, es herrscht keine Hektik und ich bemerke keinen Stress bei den Kollegen. Sie arbeiten meist in Ruhe und helfen sich gegenseitig. Wenn sie einen gemeinsamen Auftrag oder ein gemeinsames Projekt haben, scheinen sie gerne zusammen daran zu arbeiten.

Insgesamt kommt mir der Umgang hier professionell vor, die Leute sind einfach höflich und nett zueinander. Wie die wahren Gefühle dahinter aussehen, mag vielleicht eine andere Sache sein, aber das sollte für die Arbeit nicht von Bedeutung sein.

Wenn einer sich einen Kaffee oder Tee macht, ist es fast selbstverständlich, die anderen zu fragen, ob sie auch etwas trinken möchten.

Für den Lunch holen sie sich meistens außer Haus etwas, um es dann hier im Büro zu essen. Einen generellen Dresscode gibt es nicht. Die Kleidung richtet sich eher nach den anfallenden Terminen. Man achtet eben darauf, meist 'präsentabel' auszusehen, aber das ist im deutschen Journalismus ähnlich.

Die Kollegen sind jederzeit ansprechbar, außer sie telefonieren gerade oder sind mit einem Text oder mit Recherche beschäftigt. Dann versteht es sich von selbst, dass man wartet, bis sie Zeit haben. Dies ist aber in der Regel kein Problem.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Ich denke, ich werde mir an dem höflichen Umgang miteinander ein Beispiel für meine weitere berufliche Laufbahn nehmen. In Deutschland vermisse ich ein wenig die Fähigkeit zum Smalltalk; die Leute sind wesentlich kürzer angebunden, hektischer und mitunter sehr direkt.

Ich wollte durch dieses Praktikum feststellen, ob ich im Ausland arbeiten könnte und nach den bisherigen Erfahrungen muss ich sagen, dass die britische Presselandschaft sehr reizvoll für mich ist. Jetzt könnte ich mir tatsächlich vorstellen, nach dem Studium für eine deutsche Agentur, Zeitung, Fernseh- oder Radiostation im englisch- oder französischsprachigen Ausland zu arbeiten.

Außerdem habe ich mir ein paar Sachen von den Kollegen abgeguckt, die ich ganz sinnvoll finde.

Durch dieses Praktikum hier konnte ich natürlich auch ein paar Kontakte herstellen, die eventuell noch von Vorteil sein könnten.