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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Dirk
Alter:
22
aus:
Passau
Hintergrund:
Student, Rechtswissenschaften
Sprachkurs:
0 Wochen
Praktikum:
5 Monate
Im Ausland:
2011
Praktikumsort:
London, England
Unternehmen:
Anwaltskanzlei
Branche:
Jura

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Dirk:

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Das Unternehmen in dem ich arbeitete hieß "Leone Legal Services". Hierbei handelte es sich um eine kleine Anwaltskanzlei mit Sitz im Südwesten Londons mit einer Spezialisierung auf Einwanderungs- und Staatsbürgerschaftsrechts

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

je nach anstehender Arbeit 6-9 Stunden. In der Regel von 11-17 Uhr.

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Was mir besonders gefallen hat ist, dass ich trotz einiger Eingewöhnungschwierigkeiten mit der Sprache - was wohl normal ist- direkt sprichwörtlich ins kalte Wasser geschmissen wurde.

Vom ersten Tag an habe ich typische Aufgaben eines Sekretärs wahrgenommen:

Anrufe entgegennehmen, Klienten begrüßen, Unterlagen heraussuchen, sowie diverse Botengänge zu Post, Bank etc.

Nach einigen Tagen Eingewöhnung durfte ich dann auch selbstständig mit den Klienten zusammen Formulare ausfüllen, sowie bei den Mandantengesprächen des Anwaltes zuhören (sofern diese damit einverstanden waren).

Da die Kanzlei gegen Ende meines Aufenthaltes ein Neues Büro eröffnete, konnte ich dort auch behilflich sein, v.a. bei der Gestaltung des Marketings (Schilder, Flyer), aber auch beim Umzug selber (Sortierung der Akten, damit keine dringenden Vorgänge verloren gehen im Umzug, Möbelaufbau).

Auch wurde mir die Möglichkeit gegeben, an einigen Tagen ein paar Stunden an den Gerichten in der Umgebung zu verbringen, um mir dort ein paar Verhandlungen anzuschauen und so einen Einblick in das englische Rechtssystem in der Praxis zu bekommen. Da ich kurz nach den "August riots" 2011 dort war, waren da auch gesellschaftlich äußerst interessante Prozesse zu beobachten.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Da die Kanzlei sowieso auf Einwanderungsrecht spezialisiert war, war die Nationalitätenfrage kein großes Thema. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und konnte interessanterweise feststellen, dass sowohl die Kollegen als auch einige der Klienten ein paar Brocken Deutsch sprachen.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Kein Sprachkurs absolviert.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

bzgl. des Dresscodes sieht es in England nicht viel anders aus als in Deutschland: Man muss sich an das Unternehmen anpassen. In der kleineren Anwaltskanzlei war Hemd und Tuchhose Pflicht, aber Krawatte eher nicht erwünscht. 

Was die Arbeitszeiten betrifft, hatte ich insgesamt den Eindruck, dass in England doch eher länger als in Deutschland gearbeitet wird, auch wenn mich persönlich das als Praktikant nicht so betraf. 9-10 Stunden + Pause schienen eher Standard zu sein als der "deutsche" 8-Stunden-Tag. 

Was mir schon vorher aus diversen Berichten über England bekannt war, hat sich mir während der Arbeit ein wenig bestätigt: Viele Engländer sehen junge Leute zunehmend kritisch. Da ich kurz nach den "August-Riots" 2011 dort war, war dieser Effekt aber vielleicht auch gerade verstärkt zu beobachten.

Es dauerte eben eine Zeit, bis einem dort wirklich eigene Arbeit zugetraut wurde und man nicht mehr dauernd kontrolliert wurde.Das habe ich in Deutschland eher selten erlebt.

Das er von jungen Leuten wenig hält, hat der Anwalt mir sogar gegen Ende explizit gesagt, aber mich - da er mich nun ja kannte - natürlich ausgeschlossen.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Bei dem Praktikum handelt es sich um ein Pflichtpraktikum für mein Studium der Rechtswissenschaft.

Da ich dort im Schwerpunkt auch englisches Recht lerne, werden mir die gewonnen Einblicke und vor allem Sprachkenntnisse natürlich von Nutzen sein können.

Auch für eine spätere Bewerbung halte ich einen Auslandsaufenthalt für einen guten Nachweis von Sprachkenntnissen.