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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Eva
Alter:
19
aus:
Barsinghausen
Hintergrund:
keiner
Sprachkurs:
4 Wochen
Praktikum:
6 Wochen
Im Ausland:
2007
Praktikumsort:
Dublin, Irland
Unternehmen:
Youthreach
Branche:
Soziales, Sozialpädagogik

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Eva:

 

In welchem Unternehmen haben Sie Ihr Praktikum in Dublin gemacht?

Ich arbeite in Cabra Youthreach. Diese Einrichtung ist fuer Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die von der Schule geflogen sind oder keine Lust mehr auf Schule haben, aber dennoch einen Abschluss in der Hand haben und moeglichst dann auch einen Job kriegen wollen.

Youthreach Center gibt es hier in Irland relativ viele. Es sind von der Regierung ins Leben gerufene Einrichtungen, die mir, je laenger ich hier arbeite, immer sinnvoller vorkommen. Wer mehr erfahren will, kann auch auf dieser Seite einiges nachlesen:

www.youthreach.ie

 

Das Center in dem ich arbeite, existiert seit ungefaehr 2 Monaten, ich habe hier Anfang Oktober angefangen und bin sozusagen direkt mit eingestiegen, was eine andere Situation als in den schon laenger arbeitenden Centern nach sich zieht. Die Organisation ist noch nicht ganz ausgereift, die Jugendlichen sind noch nicht an die neuen Gegebenheiten gewoehnt und reagieren demtsprechend anders als in den routinierten Centern.

Die Center arbeiten aehnlich wie Schulen. Es gibt Kurse a 45 Minuten, die jeweils von einem/einer Lehrer/in geleitet werden. In einem Kurs sind nicht mehr als 12 Jugendliche. Es gibt verschiedene Kurse, so wie Maths, Art, Food Studies, Communications, Health Related Fitness, Personal Effectiveness, Computers etc.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

Mein Praktikum faengt normalerweise um 10 am an und endet um 4 pm, aber an manchen Tagen veraendert sich die Anfangs-und Endzeit, es kommt drauf an, in welchen Kursen ich mithelfe.

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Diese Frage ist glaube ich fuer jeden Praktikanten sehr schwierig zu beantworten. Wenn ich um 10 im Center ankomme, haben die Jungs und Maedels hier schon seit einer Stunde ihre Kurse, deswegen arbeite ich dann meist erst allein, zum Beispiel fertige ich Projektplakate zum Thema Deutschland an oder nehme Anrufe entgegen oder recherchiere fuer meine Chefin oder die Lehrer im Internet. Um 10.30 ist Fruehstuecks- und Rauchpause. Dann gehe ich meistens mit in die Kurse, zum Beispiel Kunst oder Kochen und helfe dem/der Lehrer/in oder den Jugendlichen. Um 1 ist dann Mittagspause. Danach sind bis 4 unterschiedliche Kurse und ich helfe dort aus oder ich arbeite im Buero, es kommt darauf an, ob der Lehrer meine Hilfe benoetigt oder ich zum Beispiel Administrationsarbeit machen soll.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Die Leute hier sind sehr freundlich und hilfsbereit und da die Arbeit auch an die eigene Substanz geht (die Jugendlichen sind nicht aus einwandfreien Familien), wurde mir des Oefteren schon eine Gespraechsstunde angeboten, in der ich meine eigenen Gedanken ausdruecken sollte. Ich rede viel mit der Kunstlehrerin ueber die Ereignisse und wir verstehen uns sehr gut. Es ist fuer alle hier eine neue Erfahrung und deswegen ist es fuer mich auch einfacher, da ich nicht die einzige "Neue" in diesem Metier bin.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Der Sprachkurs war sehr hilfreich, um sich gleich am Anfang in die "neue" Sprache einzufuehlen. Vor allem genoss ich die Zeit mit den internationalen Mitlernenden und ich knuepfte viele neue Kontakte. Fuer das Praktikum war der Sprachkurs nicht unbedingt notwenig, schaetze ich, da die Jugendlichen einen deutlich anderen Akzent sprechen und ich sie trotz des nun 4 monatigen Aufenthaltes hier immer noch kaum verstehe.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag in Dublin schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Da ich keinerlei Erfahrung in der Berufswelt in Deutschland habe, ausser zweiwoechigen Schulpraktika, kann ich nur sagen, dass ich mich hier in Dublin sehr wohl fuehle und der Umgang miteinander sehr offen und freundlich ist. Besteht ein Problem zwischen den Mitarbeitern, spricht man es an und dann ist es ,meistens, geklaert. Mit meiner Chefin kann ich ebenso offen reden wie mit den Lehrern. Einen dresscode gibt es hier nicht, aber das liegt hoechstwahrscheinlich am Arbeitsplatz...

 

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikantin in Dublin nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Ich wollte durch dieses Praktikum erfahren ob ich diesen Job wirklich mein Leben lang machen will und das habe ich bis jetzt noch nicht erfahren koennen. Aber ich denke durch das Praktikum werde ich meine Studienwahl auf den sozialen Bereich beschraenken koennen, da ich vor meinem Auslandsaufenthalt ueberhaupt keine Ahnung hatte, was ich wohl studieren will.