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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Julia
Alter:
20
aus:
Ahaus
Hintergrund:
Sonderpädagogikstudentin
Sprachkurs:
0 Wochen
Praktikum:
1,5 Monate
Im Ausland:
2015
Praktikumsort:
Dublin, Irland
Unternehmen:
N-Zone Creche and Montessori
Branche:
Soziales, Sozialpädagogik

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Julia:

 

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Ich habe für 6 Wochen lang bei N-Zone Creche & Montessori gearbeitet. Diese Institution sorgt für Kinder ab sechs Monaten bis zum vierten Lebensalter. Für diese Zeit war ich in der Montessorigruppe eingesetzt, in der Kinder zwischen drei und vier Jahren betreut werden.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

Meine Arbeitszeit begann um 8.30 Uhr und Feierabend hatte ich um 15 Uhr. Dabei hatte ich noch eine Stunde Mittagspause.

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Die Kinder werden morgens zu verschiedenen Zeiten von den Eltern zur "Creche" gebracht. Falls sie noch nichts gefrühstückt haben, können sie das dort im "diner" nachholen. Anschließend geht es dann in den Gruppenraum, in dem jedes Kind seinen eigenen Platz hat. Dort soll es sich dann erstmal alleine beschäftigen, u.a. mit Puzzles, Spielen, Büchern, Malarbeit etc. Meine Aufgabe war es, den Kindern zu helfen, Spiele zu erklären und nicht gerade selten mit den Kindern zur Toilette zu gehen.

Gegen 10.30 Uhr ist "Snack-time". Es findet also eine kleine "Frühstückspause" statt, in der die Kinder etwas Wasser trinken dürfen und von der Creche einen kleinen Snack, Reiscracker, Melonen, Bananen o.Ä. bekommen.

Anschließend ist "Circle-time". Die Kinder setzen sich zusammen in einen Kreis und es wird über das Wetter gesprochen, über den Herbst und seine Tiere bsp. Igel, zum Teil wird gesungen und manchmal wird ein Buchstabe gelehrt.

Danach ist es Zeit zum Mittagessen. Die Kinder gehen rüber zum Diner und bekommen dort ihr "lunch". Dort wird dem einem oder anderem Kind beim Essen geholfen. 

Nach dem Mittag geht es entweder bei gutem Wetter nach draußen zum Spielen oder in die "Arena", so etwas wie eine Turnhalle, in der die Kinder sich austoben können. Dort muss auf die Kinder Acht gegeben werden, da zu dieser Zeit auch die jüngeren Kinder eintreffen und zusammen mit den Älteren spielen können.

Meistens hatte ich dann endlich meine Mittagspause.

Anschließend musste ich bis 15 Uhr öfters die Kinder zur Toilette geleiten und auch gelegentlich die Windeln wechseln. Kurz bevor "Tea-time" war mein Arbeitstag dann beendet.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Im Allgemeinen war der Umgang sehr freundlich, höflich und nett. Dennoch ist mir aufgefallen, dass diese Institution öfters Praktikanten/-innen einsetzt, sodass auch viele der Mitarbeiter nicht mehr so aufgeschlossen und offen gegenüber einem waren, als wenn es vielleicht eine einmalige Praktikantenstelle gewesen wäre.

Trotzdem haben sich auch ein paar wenige recht um einen bemüht und sich für einen interessiert. Leider würde ich sagen, hat man dort auch die Praktikanten zum Teil ausgenutzt und sie ständig mit den Kindern zur Toilette gehen lassen. Was meiner Meinung nach nicht nur die Aufgabe einer Praktikantin sein sollte und auf Dauer sehr nervig war...

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Ich hatte keinen Sprachkurs.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Insgesamt ist mir im Gegensatz zu Deutschland aufgefallen, dass in Irland sehr viel unorganisierter abläuft als bei uns. Teilweise hatten wir echt Arbeitskräftemangel, worauf einige Neue eingestellt wurden. Daraufhin kamen aber auch Angestellte aus ihrem Urlaub zurück, neue Praktikanten kamen, sodass es nachher wieder schien, es seien zu viele Arbeitskräfte zu den Zeiten dort. Zwei Angestellte wurden dann wieder entlassen.

Auch die Schichtplanung lief nicht optimal ab.

Dennoch mochte ich es, dass alles nicht so streng genommen wurde. Es war z.B. gar kein Problem, wenn man mal ne Viertelstunde zu spät kam (da das Bussystem dort suboptimal verläuft).

Auch sonst nehmen sie dort alles etwas leichter...

Alle Angestellten mussten dort Uniformen tragen, was in Deutschland in Kindergarten ja auch nicht der Fall ist.

 

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Ich werde versuchen einige Lebensweisen der Iren zu übernehmen, wie z.B. das Leben nicht so ernst zu nehmen, sich nicht immer zu beschweren bei Kleinigkeiten (was die Deutschen anscheinend sehr oft tun), die Höflichkeit im Umgang mit anderen Menschen, die Leichtigkeit und Offenheit.