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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Susan
Alter:
19
aus:
Soest
Hintergrund:
Abiturientin
Sprachkurs:
8 Wochen
Praktikum:
1 Monat
Im Ausland:
2010
Praktikumsort:
Fukuoka, Japan
Unternehmen:
LLS English Café
Branche:
Bildungs- und Schulwesen

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Susan:

 

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Ursprünglich sollte ich an einer Schule des Japanisch-Koreanischen Wirtschaftsinstituts in Fukuoka Englischunterricht geben und die dortigen Schüler betreuen. Allerdings war die Schule unerwartet geschlossen, und so half mir die Asahi Nihongo Schule, wo ich selber Japanischunterricht bekam, ein neues Praktikum zu finden und ich wurde neu vermittelt.

So absolvierte ich mein Praktikum im English Café, organisiert von der Life Learning School New Zealand Café, wo sich JapanerInnen, die für ihren Beruf oder einfach aus Interesse ihr Englisch auffrischen und verbessern wollen, mit anderen Menschen verschiedener Nationalitäten zusammenkommen um in einer lockeren und freundlichen Atmosphäre sich über eine Vielzahl von Themen auf Englisch zu unterhalten.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

Leider hatte ich nur 2 Stunden am Tag im Café zu erscheinen, und so habe ich einen Tag lang auch freiwillig in der Fukuoka Rou Gakkou, einer Schule für geistig und körperlich behinderte Kinder, geholfen. Neben Lesen üben und den Kindern beim Sport zu helfen, habe ich im Musikunterricht bei ihnen deutsche Kinderlieder vorgesungen. Die Schule hatte sogar ein Dirndl für mich zum anziehen parat. Auch wenn ich aus NRW komme, hat es den Kindern eine Freude gemacht.

In Japan finden, wie zu allen Jahreszeiten, auch im Herbst mehrere traditionelle Feste statt. Ich habe mich auch als Volunteer gemeldet, um am Mondfest über ein Wochenende beim Catering zu helfen. Das Fest fand abgelegen mitten in den Bergen nahe Hanabatake statt und das Gebäude war eine alte Schule aus der Edo-Zeit, was eine sehr japanische Atmosphäre schuf. Das Fest war eine tolle Gelegenheit seine Japanisch Kenntnisse unter Beweis zu stellen und bei verschiedenen traditionellen Tänzen mitzumachen, wenn man nicht gerade mit Sake Servieren beschäftigt war.

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Manchmal waren die Themen des Tages von einem Englischlehrer vorgegeben, z.B. „Körpersprache“ oder „Bräuche“. Diese international übergreifenden Themen führten zu einem tieferen Geschichts- und Politikverständnis anderer Länder.

Andere Male ergab sich ein Gespräch über aktuelle Themen wie die Olympischen Spiele oder Hobbies wie Backen von selbst. Ziel ist es Englisch nicht als Fremdsprache anzusehen, sondern ohne Druck als Kommunikationsmittel zu verwenden und seinen Wissens- und Verständnishorizont zu erweitern. Es war sehr interessant aus einer anderen Sicht die Asiatische Ethik und unsere eigenen Werte unter die Lupe zu nehmen.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Als Deutsche war ein sicheres Grundwissen über die deutsche Geschichte gefragt, da sie insbesondere im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg mit der Japans verwoben ist und mir diesbezüglich viele Fragen gestellt wurden. Da die Teilnehmer aus verschiedenen Berufshintergründen stammen, war auch ein breites English Vokabular nötig. Zum Teil habe auch ich selber neue Wörter gelernt.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Gerade Japanisch ist für viele eine sehr exotische Sprache und in Japan findet man selten jemanden, der wirklich gut Englisch sprechen kann. Um ein Praktikum in Japan zu absolvieren sollte man ein gutes Basiswissen der Sprache haben.

Der Unterricht bei Asahi Nihongo ist komplett auf Japanisch und fordert somit das Denken in der Fremdsprache. Zudem sind häufig viele verschiedene Nationalitäten in einem Kurs und deswegen ist es erforderlich sich auf Japanisch zu unterhalten. Es macht sehr viel Spaß und man sollte sich wirklich keine Sorgen machen mit Asahi ein Praktikum zu absolvieren. Die Schule lehrt einem nicht nur die Sprache, sondern ist nebenbei auch eine Anlaufstelle, wo viele interessante Aktivitäten stattfinden.

Die fürsorglichen Gastfamilien der Asahi Nihongo Schule passen wirklich gut auf einen auf. Sollten irgendwelche Probleme aufkommen ist die Schule der erste Ansprechpartner und versucht sie angemessen zu lösen. Ich hatte Dank ihnen eine wirklich angenehme Zeit in Fukuoka.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Was ich gelernt habe ist das man vergeblich darauf wartet von Vorgesetzten eine konkrete Arbeit vorgelegt zu bekommen. Die japanische Firma funktioniert so, dass die Firma ein Ziel hat und die Mitarbeiter tragen von sich selber aus zu diesem Zeil bei. Hier ist Eigeniniziative und Sponatität gefragt... allerdings muss man immer Bescheid geben, was man vorhat. Sollte man eine Aufgabe bekommen, ist es besser sie immer anzunehmen, auch wenn man das Gefühl sie nicht bewältigen zu können. Hauptsache man hat es versucht.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Ich habe vor Japanologie zu studieren und dieser Aufenthalt in Fukuoka hat mir einen Einblick geschaffen, den mir bisher in kein Buch geben konnte. Ich habe entdeckt, dass es mir so viel Spaß macht Japanisch zu sprechen und nach einem Aufenthalt in China als Englishlehrerin zeihe ich es in Erwägung in Asien Englischlehrerin zu werden.