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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Andre
Alter:
28
aus:
Berlin
Hintergrund:
Absolvent der FHTW in Berlin, mit Berufserfahrung im Bankwesen
Sprachkurs:
6 Wochen
Praktikum:
6 Wochen
Im Ausland:
2006
Praktikumsort:
Toronto, Kanada
Unternehmen:
Soberman LLP
Branche:
Banken, Finanzen

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Andre:

 

In welchem Unternehmen haben Sie Ihr Praktikum in Toronto gemacht?

Ich arbeite derzeit bei Soberman LLP, einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Als eines der führenden Unternehmen in Kanada in diesem Bereich nimmt Soberman LLP vielfältige Tätigkeiten wahr. Soberman LLP berät seine Kunden in den Feldern Assurance & Advisory, Business Valuation, Corporate Recovery & Insolvency, Due Diligence, International Tax, Mergers & Acquisitions, Personal Insolvency, Succession Planning und Tax Minimization.

Ich werde im Bereich Corporate Recovery & Insolvency bzw. Personal Insolvency eingesetzt und arbeite dort mit den Treuhändern des Unternehmens zusammen.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

Mein Arbeitstag in Toronto beginnt jeden Wochentag um 9.00 Uhr und endet um 17.00 Uhr. Wenn eine Tätigkeit noch zeitnah erledigt werden muss, verlängert sich die Arbeitszeit dementsprechend.

Die Mittagspause beträgt eine Stunde und kann flexibel in Anspruch genommen werden.

 

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

In der ersten Woche habe ich eher die typischen Praktikantentätigkeiten erledigt. Das beinhaltete das Bearbeiten der Ablage, genauso wie das Erstellen von Briefen oder Präsentationsmappen also die typischen administrativen Bürotätigkeiten. Des Weiteren bin ich mit der Datenerfassung und Prüfung von eingehenden Unterlagen der Insolvenzfälle unserer Kunden beschäftigt. Das Besuchen von Gerichtsanhörungen bzw. -verhandlungen steht ebenso auf dem Programm.

In den nächsten Wochen werde ich jedoch mehr in die Projekte der Insolvenztreuhänder eingebunden.

 

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Der Umgang der Kollegen mit meiner Person ist sehr freundlich. Es entwickeln sich immer wieder nette Gespräche, dies ist natürlich abhängig von den persönlichen Interessen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich es leicht ein Gesprächsthema zu finden, da die Fußball-Weltmeisterschaft gerade in Deutschland stattfindet.

In meiner Arbeitstätigkeit werde ich ebenfalls sehr gut unterstützt. Die Kollegen machen es einem einfach, sich gut ins Team zu integrieren. Wenn Rückfragen von meiner Person entstehen, kann ich jederzeit die Kollegen kontaktieren.

 

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Der Sprachkurs dient hervorragend zur Reaktivierung der Sprachkenntnisse. Verschiedene Kurse decken ein breites Interessenspektrum ab und dienen hauptsächlich der Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit. Hinzu kommt noch der Fakt, dass es an einer Sprachschule einfach ist, verschiedenen Kulturen und neue Freunde kennen zu lernen.

Der Unterschied in den Anforderungen zwischen Arbeitswelt und Sprachschule ist jedoch gravierend.

Nach einem Einstufungstest in der Sprachschule besuchte ich verschiedene Kurse. Ein Kurswechsel innerhalb der Kurse oder Level ist problemlos möglich. Wer anschließend ein Praktikum macht, sollte versuchen, das anspruchsvollste Level für sich zu wählen. Die Lehrer(-innen) sind leicht zu verstehen, da sie sich sehr klar und deutlich ausdrücken.

Im Unternehmen ist es vergleichsweise schwieriger alle Kollegen zu verstehen. Jedoch versuchen alle Kollegen, es einem so einfach wie möglich zu machen. Meine Aufgaben verstehe ich problemlos. Wenn doch einmal eine Frage auftritt, kann ich mich jederzeit an meine Kollegen wenden.

 

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag in Toronto schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Im Arbeitsalltag gibt es eine vielfältige Art von Unterschieden.

Zum Beispiel wird bei meinen Arbeitskollegen und mir nicht die Arbeitszeit erfasst. Jeder Mitarbeiter trägt die Verantwortung, die festgelegte Arbeitszeit einzuhalten. Dies ist in Unternehmen der vergleichbaren Branche eher unüblich.

Des Weiteren existiert im Unternehmen kein wirklicher Dresscode. Das einzige was nicht gern gesehen ist, sind Blue Jeans, alles andere ist erlaubt. Ein verbindliches Tragen eines Anzuges oder einer Krawatte für Herren ist nicht vorgeschrieben. Der Umgang in diesen Dingen ist in Kanada etwas entspannter.

Ebenso angenehm ist das Arbeitsklima. Die Kollegen arbeiten gut zusammen und die Stimmung wird immer wieder durch nette Abendveranstaltungen aufgeheitert. Zur Mittagspause hat sich ein Stammtisch etabliert, wo Karten gespielt wird. Ich denke, dass trägt insgesamt zu einer lockeren und entspannten Arbeitsatmosphäre bei, während in Deutschland das Arbeitsleben stärker organisiert ist.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant in Toronto nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Ich denke, der Focus einer Sprachreise liegt in der Verbesserung seiner Sprachkenntnisse. Diese erweiterten Kenntnisse werde ich versuchen, in einem internationalen Unternehmen anzuwenden.

Die Tätigkeiten als Praktikant waren bisher nicht so anspruchsvoll, sodass ich neue Erfahrungen sammeln konnte. Das Kennen lernen einer anderen Arbeitskultur bereicherte meinen Erfahrungsschatz, in Deutschland werde ich mich jedoch wieder dem dort vorherrschenden Arbeitsklima anpassen müssen. Sollte ich jedoch einmal eine Führungs-Position einnehmen, werden mir die gesammelten Erfahrungen weiterhelfen.

In Kanada vermittelt GLS Auslandspraktika in Toronto, Montreal und Vancouver.