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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Silke
Alter:
29
aus:
Berlin
Hintergrund:
Sozialpädagogin
Sprachkurs:
4 Wochen
Praktikum:
4 Wochen
Im Ausland:
2011
Praktikumsort:
Neuseeland, Neuseeland
Unternehmen:
High School mit einer speziellen Sektion für körperlich und geistig behinderte Jug
Branche:
Soziales, Sozialpädagogik

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Silke:

In welcher Abteilung des Unternehmens werden Sie eingesetzt?

Ich arbeitete in einer speziellen Einheit fuer koerperlich und geistig behinderte Studenten , die in eine High School eingegliedert ist.

Die Einrichtung ist so aufgegliedert, dass es drei Raeume gibt. Die Studenten sind je nach Alter und zum Teil auch je nach Grad der Handicaps, auf diese Raeume verteilt. Ich war in zwei unterschiedliche Raeumen dieser Einrichtung eingesetzt. Dadurch arbeitete ich in den ersten 3 Wochen mit aelteren, aber sehr schwer gehandicapten Studenten. Die letzten Woche verbrachte ich einem Raum fuer juengere Studenten, die teilweise den Unterrricht der Mainstream- Studenten besuchten und von denen manche die Faehigkeit hatten sich zu verstaendigen und koerperlich weniger eingeschraenkt waren.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

Ich arbeitete von 9 bis 15 Uhr, also 6 Stunden.

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Ein typischer Arbeitstag begann damit, dass ich an die Orientierungstafel schaute, wo ich lesen konnte, welche Kollegin ich wann begleite und welchem Studenten ich wann zugeordnet bin. Danach gab ich einem der Studenten Hilfestellungen beim Fruehstueck, was zum Teil auch fuettern bedeutete. Danach begleitete ich z.B. einen Studenten und seinen Betreuer zu dem work-experience Arbeitsplatz, wo der Student entsprechend dem Behinderungsgrad und mit Hilfestellungen, sehr leichte Taetigkeiten ausfuehrte. Das umfasste zum Beispiel, 1 Regalfach in einer Tankstelle saeubern oder den Papierschraedderer in einem oeffentlichen Buero an- und auszusschalten.

Andere Studenten begleitete ich zu speziellen Tanzlessons oder zum Schwimmen. Daran schloss sich meistens das Mittagessen an, bei dem ich wieder Unterstuetzung gab. Am Nachmittag fanden meist eher relaxte Beschaeftigungen fuer die Studenten statt. Also zum Beispiel Vorlesen , Computerspiele, Massage oder Cookinglessons. Je nach dem wie gut ich die Studenten kannte, fuehrte ich diese Taetigkeiten alleine durch oder assistierte einem Lehrer. Gegen 14.30 wurden die Studenten zum Abholen vorbereitet, was zum Beispiel bedeutete noch einmal neue Windeln anzulegen. Gegen 15 Uhr endete mein Praktikumstag.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Das hing sehr von den einzelnen Kollegen ab. Manche waren sehr interessiert an meinen Reiseplaenen und meiner deutschen Herkunft. Die meisten sind jedoch ganz normal mit dem Arbeitsalltag und ihren kollegialen Beziehungen beschaeftigt, so dass die allgemeinen Arbeitsaufgaben und natuerlich die Beschaeftigung mit den behinderten Studenten im Vordergrund steht. Der Vorteil davon ist, dass man sehr schnell in die Arbeit eingegliedert wird. Der Nachteil, dass man manchmal ein bischen "aussen vor bleibt".

Wie schätzen die Bedeutung des Sprachkurses vor dem Praktikum ein?

Ein guter Sprachkurs bzw. gute bis sehr gute Sprachkenntnisse sind absolut wichtig. Ich hatte den Eindruck, dass vorausgesetzt wird, dass man richtig gut english kann, auch wenn die Angestellten wissen, dass der oder die naechste PraktikantIn aus Deutschland kommt.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Wichtig ist, dass ich keine blauen oder ausgewaschene Jeans tragen durfte, was fuer mich gar nicht so einfach war, da ich darauf nicht eingestellt war. Ansonsten gab es m.E. keine speziellen Dinge die sich von den Praktikums-Verhaltensregeln in Deutschland unterscheiden. Angenehm war die allgemein lockere Atmosphaere. Viele Kollegen waren freundlich, unkompliziert und geduldig mit mir und meinen anfangs grossen Spachproblemen, da ich die Leute zum Teil wirklich sehr schlecht verstanden habe, wenn sie mir unter Zeitdruck einen Auftrag gesagt haben.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Da ich in der Regel nicht mit Behinderten arbeite, werde ich vermutlich wenige Praktikumserfahrungen aus der direkten Arbeit anweden koennen. Wichtiger war fuer mich einen Einblick in eine High School in NZ zu bekommen und eine Idee vom Schulystem, den sozialen Strukturen und den unterschiedlichen Schulfaechern zu erhalten. Das war sehr interessant, da ziemlich verschieden zu Berlin. Ausserdem fand ich die Integrationsmoeglichkeiten fuer Menschen mit zum Teil schwersten Behinderungen und vor allem die Bereitschaft der "normalen " Menschen dazu, sehr beeindruckend. In dieser Beziehung denke ich, kann ich einige Anregungen mitnehmen.