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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Franziska
Alter:
22
aus:
Rostock
Hintergrund:
Absolventin der Europäischen Wirtschafts- und Sprachakademie (EWS), Rostock
Sprachkurs:
2 Wochen
Praktikum:
2 Monat
Im Ausland:
2009
Praktikumsort:
Saratov, Russland
Unternehmen:
3-Sterne-Hotel
Branche:
Hotellerie, Gastronomie
Kontakt:
franziska.busch@gmx.de

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Franziska:

 

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Ich habe in dem internationalen touristischen 3-Sterne-Hotel „Slovakia“ in Saratov gearbeitet. Vorrangig ist dieses ein Business Hotel, welches hauptsächlich inländische Gäste beherbergt aber auch ausländische Touristen. Das Hotel besitzt 240 Zimmer und soll das beste der Stadt sein. Es ist nach europäischem Standard renoviert und besitzt jegliche technische Ausstattung von Klimaanlage bis Internet.  

Ich wurde an der Rezeption eingesetzt, konnte im Etagendienst tätig sein und hätte auch einen Einblick in den administrativen Bereich bekommen können, dazu haben jedoch meine Russischkenntnisse nicht ausgereicht.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

Prinzipiell konnte ich meine Arbeitszeiten frei einteilen. Die maximale Arbeitszeit belief sich auf 8 Stunden pro Tag. Einmal habe ich freiwillig eine Nachtschicht mitgemacht, bekam dafür aber auch gleich einen Tag frei. Grundsätzlich wurde meine Arbeitszeit nicht sehr streng kontrolliert.

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Meistens begann mein Arbeitstag gegen 9 Uhr und endete gegen 15 Uhr. Auf Grund der Personalüberbesetzung in den meisten Unternehmen, so auch an meinem Praktikumsplatz, war es mir leider nicht möglich eine wirklich Aufgabe zu übernehmen und viele Festangestellte waren ebenfalls nicht voll ausgelastet, so dass ich oft private Gespräche mit meinen Kollegen geführt habe und den kulinarischen Teil des Landes ausführlich kennen gelernt habe. In der Mittagspause bin ich mit Kollegen im Hotelrestaurant essen gegangen, was unglaublich billig ist (max. 1,50 € für 3 Gänge).

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Meine Kollegen zeigten großes Interesse an meiner Person, meinem Heimatland und waren sehr freundlich und hilfsbereit. Einige waren auch bemüht mit mir Englisch zu sprechen, allerdings kommt man i. A. nicht sehr weit mit anderen Sprachen. Deutsch konnte keiner sprechen, aber die meisten finden die Sprache interessant und lernenswert.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Da ich gleich am ersten Montag nach meiner Ankunft im Praktikumsbetrieb erschienen bin, hat mich der Hotelmanager gefragt, ob ich nicht sofort anfangen will, und das habe ich auch getan. Deshalb lief mein Sprachkurs teilweise parallel, was nicht störend war und eine gute Ablenkung in der Eingewöhnungsphase. Der Sprachkurs an sich ist eine gute Unterstützung und gibt Sicherheit im Umgang mit der Sprache. Abhängig ist das jedoch von den Vorkenntnissen, meine waren eher mittelmäßig.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Auffällig fand ich die stark ausgeprägte Hierarchie in den einzelnen Abteilungen und Unterabteilungen. Trotzdem war es für mich jederzeit möglich, ohne Voranmeldung, Kontakt zu der Personalchefin (gleichzeitig meine Praktikumsbetreuerin) aufzunehmen und sie stand mir auch immer sofort mit Rat und Tat zur Seite. Am ersten Tag durfte ich sofort den Hotelchef kennen lernen, was in Russland eine Art Privileg ist und ich denke er war sehr interessiert an mir, weil ich auch die erste Praktikantin aus dem Ausland war. Ich habe die Arbeitsatmosphäre als entspannter empfunden im Vergleich zu Deutschland. Im Hotel herrscht natürlich ein Dresscode, den ich jedoch nicht einhalten musste, vermutlich weil ich nicht als vollwertige Mitarbeiterin galt und wenig Kontakt zu Gästen hatte.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Vorrangig habe ich viel über mich selbst gelernt in den 3 Monaten, aber natürlich kann ich die sprachliche Verbesserung für mein Studium nutzen und habe vor nach meinem Abschluss in St. Petersburg im Hotel zu arbeiten, vielleicht für 1 Jahr oder länger. 3 Monate sind leider zu kurz um die Sprache fließend sprechen zu können und sich voll auf das Leben in Russland einzulassen, obwohl mir das ziemlich gut gelungen ist. Freunde und Kontakte aus Saratov werde ich natürlich auch nicht vernachlässigen und habe somit eine Möglichkeit gefunden mich besser in Russland zurecht zu finden, auch von Deutschland aus.