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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Tim
Alter:
18
aus:
Winterberg
Hintergrund:
Auszubildener zum Kaufmann für Aussenhandel
Sprachkurs:
Wochen
Praktikum:
2 Monate
Im Ausland:
2017
Praktikumsort:
Platja D'Aro, Spanien
Branche:
Hotellerie, Gastronomie

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Tim:

 

Was macht/produziert Ihr Gastunternehmen?

Beherbergung von Gästen mit Frühstück und teilweise Halbpension, Wellness, Fitness und Animation.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

8 Stunden

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Meine Schicht ging meistens von 14:00 Uhr bis 22:00 Uhr. Ich wurde in den Abteilungen Rezeption und Guest Relation eingesetzt und deshalb waren meine Hauptaufgaben das ein- und auschecken von Gästen. Ich musste den Gästen alles rund ums Hotel erklären, Fragen beantworten oder den Gästen das Zimmer zeigen und beim Gepäck helfen. Weiterhin habe ich Reservationen bearbeitet, Geschenke für die Gäste vorbereitet und ausgeteilt. Da ich der einzige Mitarbeiter im Hotel war, der Deutsch sprach, habe ich viele Dokumente, Bewertungen und weiteres vom Spanischen oder Englischen ins Deutsche übersetzt. Ich ruhigen Momenten habe ich sogar Nachhilfe in Spanisch von meinen Kollegen bekommen.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Die Mitarbeiter in meiner Abteilung waren sehr zuvorkommend und hatten auch kein Problem damit mal Engisch zu sprechen, wenn ich etwas auf Spanisch nicht verstanden habe. Ausserdem waren Sie dankbar, dass Sie einen deutschsprachigen Kollegen hatten, der gegebenfalls den deutschen Gästen helfen konnte. 

Jedoch habe ich auch bei einigen älteren Mitarbeitern, zum Beispiel aus der Küche gemerkt, dass Sie Vorurteile gegen die Deutschen hatten. Doch das waren zum Glück nur Ausnahmen!

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Ich habe nicht direkt an einem Sprachkurs teilgenommen, aber ich kann behaupten dass ein Praktikum im Ausland sich sehr gut auf die Sprachkenntnisse auswirkt. Man wird ebenfalls sicherer und traut sich frei zu sprechen.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Da ich auch in Deutschland schon seit meiner frühen Jugend in der Gastronomie arbeite, sind mir einige Unterschiede aufgefallen. Zum Beispiel ist die Beziehung zum Vorgesetzen in Spanien etwas strenger. Ich kann natürlich nicht für alle Hotels sprechen, aber so war es in meinem Betrieb. 

Der grösste Unterschied war, dass die Spanier die Arbeit nicht immer 100% ernst nehmen. Sie arbeiten in erster Linie, um sich ein schönes Leben zu finanzieren. Sie gehen gerne nach der Arbeit feiern, auch wenn es mitten in der Woche ist und man am nächsten Tag wieder arbeiten muss. In Deutschland sind viele Arbeiter ernster und mir kommt es sogar beinahe so vor als würde ein Teil der Deutschen nicht arbeiten um zu leben, sondern leben um zu arbeiten.

 

Ich war an einem Dienstagabend mit meinen Kollegen feiern, denn ich hatte den darauffolgenden Tag frei. Einer meiner Kollegen jedoch hatte nicht frei am nächsten Tag und musste um 7:00 Uhr an der Rezeption stehen. Er feierte trotzdem mit uns bis die Sonne aufging und schlief anschliessend für 2 Stunden in meinem Zimmer, denn das war direkt im Hotel und er wohnte 40 Minuten entfernt in der nächst grösseren Stadt. Sehr spontan!

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Ich weiss nun, dass die Arbeit nicht alles ist im Leben. Man darf vor lauter Arbeiten nicht vergessen, dass es auch wichtig ist etwas zu erleben.

 

Das soll aber trotzdem nicht heissen, dass ich meine Arbeit nicht ernst nehmen werde in Deutschland. Ich will meine Ausbildung so gut wie möglich abschliessen und mich dann weiterbilden, um Karriere zu machen.