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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Frederike Falke
Alter:
19
aus:
Düsseldorf
Hintergrund:
Abiturientin
Sprachkurs:
4 Wochen
Praktikum:
1 Monat
Im Ausland:
2007
Praktikumsort:
New York, USA
Unternehmen:
National Minority Business Council, Inc.
Branche:
Soziales, Sozialpädagogik

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Frederike Falke:

 

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Das Unternehmen, für das ich arbeite, heißt National Minority Business Council, Inc.

Es ist ein non-profit Unternehmen, das sich auf die Unterstützung von minority- und woman-owned businesses konzentriert.

Es hilft diesen Unternehmen mit finanziellen Mitteln, Promotionen und es veranstaltet Meetings, um besonders engagierte Kleinunternehmen für ihre Mühen und ihre Arbeit zu rühmen. Da das Unternehmen keine eigenen Gewinne erzielt, sondern lediglich von Spenden- und Mitgliedsgeldern und von der Unterstützung der Regierung sich in New York halten kann, ist die Einordnung in den lokalen Markt nicht möglich.

Ich werde hauptsächlich in der Marketingabteilung eingesetzt. Das bedeutet, dass ich größtenteils meinen Tag damit verbracht habe, Anmeldungsformulare für ein Meeting an Mitgliederunternehmen und mögliche Spenderfirmen zu schicken. Allerdings beschäftige ich mich auch mit anderen Dingen wie administrativen und publizistischen Aufgaben.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

Mein Arbeitstag startet morgens um 10 Uhr und endet um 5:30 Uhr am Nachmittag.

Zwischendurch habe ich eine Dreiviertelstunde Pause. Das bedeutet, dass ich im Gesamten siebeneinhalb Stunden arbeite, pro Woche somit 37, 5 Stunden.

 

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Einen typischen Arbeitstag zu beschreiben ist etwas schwierig, da ich jeden Tag etwas Unterschiedliches zu tun habe.

Ich versuche somit möglichst generell zu beschreiben, was meine Aufgaben sind.

In der ersten Woche habe ich einen Business Report über Luxemburg geschrieben, der auf der Internetseite des NMBC veröffentlicht wird.

In der zweiten Woche war ich größtenteils damit beschäftigt Briefe und Faxe an Mitgliederunternehmen zu schicken, damit möglichst viele Leute zu deren Event kommen, das Anfang Oktober stattfindet.

In der dritten Woche werde ich eine Buchsprechung über das Buch “Think Like a Billionaire” by Donald Trump schreiben mit Bezug auf eines seiner öffentlichen und kostenlosen Einführungsseminare.

Die Aufgaben für die letzte Woche meines Praktikums stehen noch nicht fest.

Zusätzlich zu diesen Aufgaben muss ich kleinere Aufgaben erledigen wie das Wegbringen von Briefen, das Kaufen von Schreibmaterial und das Vorlesen der Zeitung, da der Präsident vom NMBC so gut wie blind ist.

 

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Der Umgang ist sehr gut. Sie akzeptieren mich voll und ganz als Praktikant, was mir das Gefühl gibt, dass ich wirklich auch helfen kann und nicht nur eine Last für das Unternehmen bin.

Sie versuchen mich voll und ganz in den täglichen Ablauf des Unternehmens zu integrieren, was mir besonders dabei hilft, mein Englisch zu verbessern. Durch sehr viele Gespräche mit den Leuten (2 Personen), die für das Unternehmen arbeiten und durch das tägliche Vorlesen der Zeitung geben sie mir super Möglichkeiten mein Englisch zu verbessern. Und wenn ich etwas nicht verstehen sollte, was besonders am Anfang sehr häufig passiert ist, dann erklären sie es mir noch mal besonders ausführlich.

Somit kann ich sagen, dass kein sonderlich großer Unterschied darin besteht, ob ich nun eine ausländische oder einheimische Praktikantin bin, mit Ausnahme bei der Beantwortung des Telefons, wo sich der Unterschied noch sehr gut bemerkbar macht, allerdings auch immer kleiner wird.

 

 

 

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Der Sprachkurs ist schon von einer gewissen Wichtigkeit. Er hilft einem in die englische Sprache hineinzukommen und eine theoretische Verbesserung der englischen Fähigkeiten zu bekommen. Was jedoch das Sprechen und die Verständlichkeit angeht, so hat mir der Sprachkurs nicht sonderlich viel gebracht, einfach aus dem Grund, dass es so viele Deutsche gab, dass man im Grunde nur seine eigene Muttersprache gesprochen hat. Dadurch, dass die anderen Nationen auch teilweise, siehe Spanien und Italien, in solchen Mengen vertreten waren, war die Chance, Englisch zu sprechen, sehr gering gehalten.

Wir haben es zwar versucht, sind aber nach ein paar Tagen an geringer Selbstdisziplin gescheitert.

 

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Diese Frage ist meinerseits ein wenig schwer zu beantworten, weil ich selber noch so gut wie keine Berufserfahrung in Deutschland hatte. Die Unterschiede sind jedoch nicht so gravierend. Ein paar gibt es jedoch. So zum Beispiel ist es mir zuerst aufgefallen, als wir in einer besonderen Unterrichtsstunde unsere Lebensläufe durchgegangen sind. In den USA darf man, im Gegensatz zu Deutschland, in seinem Resume nicht sein Alter angeben, man darf kein Foto von sich selbst zeigen und man darf nicht seinen High School Abschluss erwähnen, sofern man schon begonnen hat zu studieren. Die Unternehmen nehmen es hier in New York auch viel ernster mit der Einstellung von Praktikanten. Hier muss man manchmal mehr als 1 oder 2 Interviews machen bis man genommen wird, obwohl man für seine Arbeit kein Geld verlangt.

Über das Arbeiten kann ich nicht so sonderlich viel aussagen, aber was es so für einen Eindruck macht, glaube ich, dass es sehr ähnlich zu dem Arbeitsalltag in Deutschland ist.

 

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Das Praktikum hat mir geholfen, mein Englisch zu verbessern und die Arbeitswelt in einem anderen Land kennen zu lernen. Durch die einzigartige Stadt New York ist mir vieles deutlicher geworden. Man kommt einfach nicht umhin diese Stadt mit ihrer Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit lieben zu lernen. Diese Mannigfaltigkeit wird einem nicht nur auf den Strassen mit all den unterschiedlichen Menschen bewusst, sondern auch an dem Arbeitsplatz. Anstatt nur mit Deutschen zu arbeiten, ist man plötzlich von Menschen komplett unterschiedlicher Nationen, Denkensweisen, Kulturen und Religionen umgeben. Man wird gezwungen, seine Denkensweise umzustellen und sich anzupassen, besonders aber zu versuchen, andere Meinungen zu akzeptieren, auch wenn sie so gar nicht zu der gewohnten zu passen scheint. Und nicht nur auf das Praktikum bezogen, man lernt auch so zusätzlich noch eine Menge in New York. Ich zum Beispiel habe die Möglichkeit wahrgenommen, einen Bartender-Kurs und ein Einführungsseminar des Trump-Instituts zu besuchen sowie weitere interessante Dinge, wie Museen, Broadway Shows, Washington und Boston und vieles mehr. Man hat also die Möglichkeit zusätzlich noch eine Menge Spaß zu haben und sich gleichzeitig von New York mitreißen zu lassen.

Für mich persönlich war es eine geniale Erfahrung in dieser Stadt zu sein, besonders da man als Praktikant beginnt, sich wie ein New Yorker zu fühlen und den Alltag auch so miterlebt.