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Schülersprachreisen: Erfahrungsberichte

Wenn du selber einen Erfahrungsbericht zu einer Schülersprachreise nach England, Malta, Frankreich, Spanien ... schreiben möchtest, kannst du das tun!

Name:
Fabrice
Aus:
Langenfeld
Wo:
Isle of Wight, Großbritannien
Wann:
2018
GLS-Programm:
Sprachreisen für Schüler

Hier der Bericht von Fabrice:

 

Woran denkst du als erstes, wenn du an deine Sprachreise nach England denkst?

Als erstes denke ich daran, dass ich viele junge Leute kennengelernt habe, mit denen ich, auch wenn es im Camp hier und da mal kleinere Probleme gab, letztendlich eine schöne Zeit verbracht habe.

 

Wie war das Sommercamp auf der Isle of Wight? Der Englischkurs?

Das Camp habe ich mit einem guten Freund zusammen besucht, weshalb ich fortan im Plural berichte. Als wir ankamen, waren wir erstmal verwundert! Auf dem Camp Gelände, welches eigentlich sehr gut gesichert ist, waren wir in der Bewegungsfreiheit zu Anfang etwas eingeschränkt. Immer wenn wir irgendwo hingehen wollten, sei es zum Essensautomaten oder zum Basketballcourt, wurden wir gefragt, was wir nun machen und wenn wir dies beantworteten, wurde uns meistens eine Zeit vorgegeben, nach der wir wieder zurück sein sollten. Als wir uns dann aber an GLS und die dortigen Camp Leiter wandten, wurde mit uns sehr freundlich gesprochen und ein Kompromiss gefunden. Auf der einen Seite waren wir verwundert, da wir 15 Jahre alt sind und auch alleine geflogen waren, weshalb wir dachten, uns auch dort frei bewegen zu dürfen. Auf der anderen Seite können wir GLS und PGL, der Name des Camp Trägers, aber auch verstehen, denn bei mehreren hundert Kindern und Jugendlichen, die dieses Camp genau wie wir besuchten, ist es auch eine Frage der Verantwortung. Auf jeden Fall fanden wir einen guten Kompromiss. Wir durften uns auf dem Camp Gelände frei bewegen, mussten uns aber ab und zu bei den „Group leadern“ zeigen, damit diese sichergehen konnten, dass alles ok sei.

Der Unterricht begann mit einem Einstufungstest, der sich jeden Montag wiederholte. Der Test diente dazu, uns unseren Sprachkenntnissen entsprechend, einzugruppieren. Nachdem wir in die zweithöchste Kategorie eingruppiert wurden, gingen wir davon aus, den Unterricht unserem Sprachniveau entsprechend durchführen zu können. Dies erwies sich dann doch anders, denn es gab auch Kursteilnehmer, die schon damit überfordert waren, einfachste Fragen zu verstehen, geschweige denn diese zu beantworten. Da fragte man sich dann doch, nach welchen Kriterien die Kurszuordnung letztendlich geschah. Im Großen und Ganzen kann man aber festhalten, dass man durch alltägliche Gespräche mit Schülern anderer Nationalitäten, oder mit „Group leadern“, mehr Englisch praktizierte und lernte, als im Unterricht. Darüber hinaus muss man jedoch sagen, dass wir im Unterricht eine Präsentation vorbereiteten, die wir am Ende der Camp Ferien zwei Klassen vorstellen mussten, was schon zum Lernfaktor beitrug. Unsere Lehrer und auch „Group leader“ waren immer sehr freundlich, lustig und hilfsbereit und wenn es Probleme gab, waren diese immer zur Stelle.

War es leicht, andere kennen zu lernen? Und aus welchen Ländern kamen die anderen Kursteilnehmer?

Die erste Frage würde Ich mit „ja“ beantworten. Bei mehreren hundert Jugendlichen ist dies aber auch nicht all zu schwierig. Zimmer-, Kurs- und auch Gruppenkollegen lernte man schnell kennen und verstand sich mit diesen auf Anhieb. Da jede Woche Samstag Schüler das Camp verließen und neue Schüler ins Camp kamen, gab es immer welche, mit denen man seine Freizeit gern verbrachte. Wir haben vor allem Franzosen, Italiener und auch Deutsche kennengelernt. Mit den meisten haben wir auch jetzt noch Kontakt, sei es über WhatsApp, Snapchat oder Instagram. Man kann also sagen, dass man in solch einem Camp, schnell neue Freunde findet.

Was habt ihr nach dem Kurs unternommen?

Unser Stundenplan war so aufgebaut, dass wir morgens „Activities“, wie Bogenschießen, Klettern und Kayak hatten und am Nachmittag den Unterricht besuchten. Anschließend, nach dem Kurs, verbrachten wir unsere Freizeit mit Freunden, die wir im Camp kennen gelernt hatten. Manchmal machten wir Wasserschlachten, spielten Karten oder chillten am Strand und hörten dabei Musik.

Wo und wie hast du gewohnt?

Wir besuchten das Camp für zwei Wochen und da man nach einer Woche in ein neues Zimmer kam, schildere ich die Situation zweigeteilt. In der ersten Woche wohnten wir in einer etwas kleineren Hütte. Diese war für maximal sechs Bewohner ausgelegt, jedoch war man meistens zu viert oder zu fünft auf einem Zimmer, beziehungsweise in einer Hütte. So war es auch bei uns. Wir, ein guter Freund und ich, teilten uns die Hütte mit einem anderen deutschen Jungen, und zwei Franzosen. Die Hochbetten wirkten robust, aber einfach. Das Bad war in Toilette und Dusche eingeteilt. Einen Spiegel gab es über dem Waschbecken. In den ersten Tagen war es schwierig zu duschen, da unsere Dusche verstopft war und somit der halbe Raum unter Wasser stand. Dies wurde dann aber schnell behoben. In der zweiten Woche waren wir in einem wesentlich angenehmeren Zimmer. Dieses war ursprünglich für bis zu acht Bewohner ausgelegt, allerdings teilten wir uns dieses nur mit einem anderen deutschen Jungen, einem Franzosen und einem Chinesen. Das Bad war wesentlich größer und moderner. Es gab zwei Duschen, zwei Toiletten und ein Waschbecken mit Spiegel. Man hatte in diesem Zimmer auch ein etwas größeres Regal für seine Kleidung, was im ersten Zimmer sehr mager ausfiel. Dies war allerdings kein Problem, da die meisten aus dem Koffer lebten. Das Zimmer wurde eigentlich nur zum Schlafen und zur Körperpflege genutzt, denn die meiste Zeit verbrachte man „Outdoor“. Ich war mit meinen Zimmerkollegen und mit den Umständen eigentlich durchweg zufrieden.

Was war anders im Englischkurs, verglichen mit dem Fremdsprachenunterricht an deiner Heimatschule?

Der Unterschied zwischen Unterricht im Camp und Unterricht an meiner Heimatschule liegt hauptsächlich im Schwierigkeitsgrad. In meiner Schule haben wir schon lange zusammen Unterricht und sind somit alle auf einem Sprachniveau. Grammatik, Rechtschreibung und Sprache sind deshalb auf unser Niveau abgestimmt, weshalb wir nichts lernen, was wir schon können. Im Camp ist dies anders. Man besucht den Unterricht mit Schülern aus aller Welt, bei denen das Bildungssystem different zu unserem ist. Daher lernt man in der Heimatschule vielleicht Dinge, die die anderen Kursteilnehmer noch nicht kennen, oder umgekehrt. Deshalb ist es im Camp schwierig, Unterricht zu führen, der allen Kursteilnehmern vom Sprachniveau entspricht. Verstanden haben wir uns alle jedoch immer, auch wenn dies manchmal etwas dauerte.