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High School Neuseeland: Erfahrungsberichte

Vorname:
Yasmin
Alter:
17
aus:
Fürstenwalde
war:
2007 für ein Schuljahr in Auckland, Nordinsel, Neuseeland
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Epsom Girls’ Grammar School
Kontakt:
y_schuck@yahoo.de

Hier der Bericht von Yasmin:

Meine ersten Monate am Ende der Welt

 

Bevor ich beginne, einige meiner bisher gesammelten Eindrücke zu schildern, möchte ich mich vorstellen. Hallo, ich heiße Yasmin, bin 17 Jahre alt und verbringe mein Austauschjahr in Auckland in Neuseeland. Mir gefällt es super hier und ich genieße jeden Tag in Auckland, der Stadt der Segel und Vulkane. So war ich echt ein bisschen überrascht, als meine Eltern mir per Mail zu Verstehen gaben, dass in vier Tagen zwei Monate meines Aufenthaltes am Ende der Welt vorüber seien. Wahnsinn, total verrückt. Ob ihr es glaubt oder nicht, das machte mich direkt ein bisschen nachdenklich, denn wie kann es sein, dass man hier über die Zeit gar nicht so weiter nachdenkt. Aber klar doch, wie Schuppen fiel es mir von den Augen. Die nun folgenden Dinge sind verantwortlich dafür, dass jeder Tag bisher ein besonderer Tag war.

 

Schule

Ich gehe auf die zweitgrößte Schule in Auckland, die Epsom Girls Grammar School. Hier besuche ich für ein halbes Jahr die 12. Klasse und für ein halbes Jahr die 13. Klasse. Meine Wunschfächer, Mathe, Chemie, Spanisch, Latein, Textildesign, Englisch, hatte ich bereits zu Hause ausgewählt. Hier kam dann noch der Sportunterricht dazu und mein persönlicher Stundenplan wurde abgestimmt. Oh ja, ich  erinnere mich noch ziemlich genau an meine erste Schulwoche. Ich war froh, dass ich eine A-4- Karte von der Schule hatte, denn die Schule ist im Gegensatz zu meiner Heimatschule  riesig und kam mir  wie ein Labyrinth aus Räumen und Gebäuden vor. Es erscheint euch vielleicht ein bisschen unglaubwürdig, aber  jeden Augenblick musste ich auf die Schulkarte gucken, die mir zu jener Zeit eher wie ein Stadtplan aussah. Es war wirklich sehr nett, dass viele Mädchen mir bei der Suche halfen, nach meiner oft verzweifelten Frage, wo sich dieser oder jener Raum befindet. Aber nach kurzer Zeit konnte ich die Karte beiseite legen, denn nun wusste ich wo all meine Fachräume waren. Als ich die anderen Austauschschüler über ihre erste Woche an der Schule befragte, bekam ich die folgenden Antworten: ,, Die Schule ist soooo.. groß.“, ,,Die Karte war mein bester Freund…“ Wenn uns  jetzt nach zwei Monaten jemand fragt wie es uns in der ersten Zeit in der Schule ergangen ist, sind wir manchmal nicht in der Lage zu antworten--- vor Lachen.

 

Auch dauerte es nicht lange  zu verstehen, dass es sich bei dieser Schule nicht um eine normale Schule handelt, wo nur Lernen eine wichtige Rolle spielt. Hier ist es auch wichtig, Spaß zu haben. So genoss ich ein Konzert während der Míttagspause oder ich bastelte eine pinjata im Spanischunterricht. Gerade für uns Austauschschüler ist die lockere Atmosphäre eine unbekannte aber willkommene Abwechslung.

 

Als ich mich mit dem Thema Schule in Neuseeland befasste, interessierte mich besonders folgende Frage: Wie ist das so plötzlich alle Fächer in Englisch zu haben? Chemie auf Englisch. Mathe auf Englisch. Es ist nicht so einfach, es kommt einem Einiges bekannt vor. Doch es gibt auch Zeiten, wo ich mich frage, was ist denn das jetzt? Ja klar, es ist schon eine große Umstellung, aber es macht großen Spaß,  mein Englischverständnis zu testen und nebenbei viele, viele neue Sachen zu lernen und zu verstehen. Auch hast du die Gelegenheit, deinen Lehrern oder Mitschülern während des Unterrichts Fragen zu stellen. Hier kann ich nur sagen: Traut euch!

Was mir besonders gut gefällt an der Schule ist der große Mix von Kulturen, denn Mädchen aus allen Ländern der Welt besuchen diese Schule. Dies ist eine super Gelegenheit auch etwas über die Kulturen und Traditionen ander Länder  zu erfahren.

 

Was ihr vielleicht schon gehört oder gelesen habt, die Schule hat ein großes Angebot hat an Sport-, Kunst- und Kulturgruppen. Es ist bloß ein bisschen schwierig für mich, die mitten im Schuljahr zum 3. Term kam, ein Mitglied in diesen Kursen zu werden, da die meisten Kurse Anfang des Jahres begonnen haben. Aber nach meiner zweiten Schulwoche bekam ich das Angebot, an einen Salsakurs teil zu nehmen, was ich natürlich mit großer Freude annahm. Etwas außerhalb der Schule zu machen ist wirklich toll, denn so hast du wiederum Gelegenheit, neue Leute kennen zu lernen. Also habt ein bisschen Geduld.

 

Ausschuß für Austauschschüler

Die Schule hat einen Ausschuß für Austauschschüler, was echt toll ist. Denn jede Woche haben wir ein Treffen, wo du die Gelegenheit hast, Probleme  z.B. mit der Schule oder mit deiner Gastfamilie anzusprechen. Auch ist es eine Chance, all die anderen Austauschschüler zu treffen. Echt irre, nun habe ich auch Freundinnen aus Schweden, Frankreich, Italien... Gemeinsam mit dem Ausschuss haben wir für einen Tag im August all die wichtigen und bekannten Sehenswürdigkeiten Aucklands besichtigt. Es war wirklich ein toller Ausflug, der uns die Gelegenheit gab, unsere neue Heimat  etwas näher kennen zu lernen. Auch die nächsten Ausflüge stehen schon an, wie zum Beispiel Bowlen gehen nach der Schule.

 

Freunde

In der ersten Zeit war es ein bisschen schwer, Freunde zu finden, da man nur wenig Zeit gemeinsam mit seiner Klasse verbringt. Aber durch das Kurssystem triffst du in einer kurzen Zeit jede Menge neue Leute. Das macht großen Spass. So saß ich in der ersten Zeit mit vielen, verschiedenen Mädchen zusammen in den Pausen. Aber ich muss sagen, dass war wirklich nicht schlecht, denn es half mir bei meiner Entscheidung, mit wem und wo ich meine Pause verbringen wollte und es war auch eine coole Gelegenheit, Freunde zu finden in all meinen Fächern. In diesem Punkt gebe ich euch den Tipp: Macht den ersten Schritt! Wartet nicht, bis jemand zu euch kommt!

 

Uniform

Ich mag es, die Uniform zu tragen, denn es ist viel einfacher und weniger stressig am Morgen. Du stehst nicht jeden Morgen vor dem Schrank und fragst dich,was zieh ich den heute an.Wie auch immer,es ist cool mit der Uniform, denn du fühlst dich als Teil der Schule und du erkennst immer, wer von deiner Schule ist,was manchmal echt hilfreich ist. Ja, wirklich verrückt, denn trotz der vergangenen Zeit denke ich manchmal immer noch, wenn ich die anderen Mädchen in ihren Uniformen sehe, ich habe viele, viele Zwillingsschwestern.

 

Der Ball

Ich war zum ersten Mal in meinen Leben auf einem richtigen Ball, nicht vergleichbar mit Jugendweihe- oder Konfirmations- Feiern. Ja, was soll ich sagen es war wie in einem dieser bekannten amerikanischen High School Filme. Ich hab mich wie alle anderen Mädchen und Jungen in Schale geworfen. Hab mir ein echt schickes Kleid und passende Schuhe gekauft. Meine Haare hat mir meine Gastschwester frisiert. In der Schule war der Ball das Thema Nr. 1. Selbst Lehrer fragten, was ich anziehe. So viel Interesse seitens  der Lehrer kenne ich aus Deutschland nicht. Ihr? Dann war es endlich soweit. Ein Partybus holte uns ab vom Preball, einem Ball, der vor dem eigentlichen Ereignis stattfand. Dazu hatte mich eine Freundin eingeladen. Es war echt unbeschreiblich. Jungen und Mädchen aus den verschiedensten Ländern der Welt tanzten in einem großen, toll ausgeschmückten Ballsaal, wo ein DJ für Musik sorgte und ein köstliches Buffet wartete. Es war wirklich ein tolles Erlebnis.

 

Gastfamilie

Seit dem ersten Treffen auf dem Flughafen, wo meine Gastmutti mich abholte, geben sie mir das Gefühl, ein Teil ihrer Familie zu sein. Mir fehlen echt die Worte. Echt sagenhaft.

Ich lebe hier im Haus mit meiner Gastmutti und meiner Gastschwester. Meine zweite Gastschwester studiert in Wellington. Gern kommen andere Familienmitglieder zu Besuch. Wie mit meiner Familie in Deutschland kann ich auch mit meiner Gastfamilie über alles reden. Auch hier ein Tipp von mir. Stellt eurer Gastfamilie viele, viele  Fragen und seit offen für alles!

All das ist auch verantwortlich dafür, dass ich kein Heimweh habe. Ich muss ehrlich zu geben, ich hab nicht einmal Zeit dafür.

Wenn mich etwas an meine eigene Familie in Deutschland  erinnert, spreche ich mit meiner Gastfamilie darüber. In diesem Punkt kann ich bloß sagen, seid selber aktiv, trefft Freunde. In Auckland gibt es so viel zu erkunden. Erwartet nicht, dass eure Gastfamilie ständig Zeit für euch hat.

 

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen ersten Einblick geben in mein neues Leben als Austauschschüler am Ende der Welt. Gern beantworte ich eure Fragen, die GLS sicher an mich weiterleitet.

 

Viele Grüße aus Auckland, Yasmin