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Privatschulen in Costa Rica - Erfahrungsberichte

Vorname:
Ines
Alter:
17
aus:
München
war:
2006 für ein Semester in San Jose, Costa Rica
Schultyp:
Private Schule
Schule:
Colegio Patriarca
Kontakt:
ines089@hotmail.de

Hier der Bericht von Ines:

Als ich im Juli 2006 am Flughafen in San Jose angekommen bin, hab ich erst mal gedacht, das kann natürlich wieder mal nur mir passieren... mein Koffer war weg. Ich war von der langen Reise total erschöpft und müde und mein Auslandsaufenthalt musste schon mit Problemen anfangen.

Ich habe dann erst mal meine Gasteltern kennen gelernt, die mich in mein neues Zuhause gebracht haben. Im Laufe der ersten Tage hat meine Gastmutter auch alles ganz toll geregelt, dass ich meinen Koffer bekomme, dass ich für die Schule alles Nötige habe (wie z.B. Schuluniform, die in allen Schulen Costa Ricas Pflicht ist) und dass ich alles habe, um mich in diesem fremden Land wohl zu fühlen.

Die kleinen Gastgeschwister haben mich vom ersten Tag an wie eine Schwester aufgenommen und die Älteren haben mich zu allen Freizeit-Aktivitäten mitgenommen. Die Costaricaner sind wirklich sehr freundliche, großzügige und offene Menschen, die viel Interesse zeigen und einen sofort in ihre Mitte aufnehmen.

Das habe ich auch an meinem ersten Schultag festgestellt, als ich wegen meiner noch wenigen Spanischkenntnisse etwas schüchtern auf meinem Platz saß, aber meine neuen Klassenkameraden gleich sehr kontaktfreudig auf mich zugegangen sind und sehr hilfsbereit zu mir waren. Von dem Schulalltag in Costa Rica war ich sehr erstaunt, da er sich fast in jeder Weise von dem deutschen unterscheidet. Dadurch, dass die Lehrer ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu den Schülern haben, herrscht eine sehr lockere Atmosphäre. Auch Frontalunterricht habe ich so nicht erlebt, der Stoff wird eher im allgemeinen Gespräch oder indem sich die Schüler gegenseitig helfen behandelt.

In der Schule fanden während meines Aufenthaltes auch viele Veranstaltungen statt, z.B. zum Anlass eines Feiertages aber auch sportliche oder kulturelle Ereignisse.

Auch habe ich mich anfangs gleich in einem Sportverein angemeldet, was sicherlich sehr hilfreich war um in Kontakt mit vielen Gleichaltrigen zu kommen und somit auch viel schneller Fortschritte in der Sprache zu machen. Auch hier waren die Leute wieder total offen und haben mich wie selbstverständlich in die Mannschaft aufgenommen.

Im Gegensatz zu Deutschland sind die Leute im Alter bis 17 Jahren in Costa Rica noch sehr behütet, vor allem die Mädchen. Das bedeutet, dass die Mädchen teilweise abends nicht sehr lang weggehen dürfen und sich auch im Alltag sehr viel innerhalb der Familie abspielt.

Jedoch versammeln sich die verhältnismäßig großen Familien dort gerne zu beliebigen Anlässen mit Freunden und Verwandten, sei es nur zu einem Mittagessen.

Fast alle Costaricaner sind sehr musikalische Menschen, die alle sehr gerne singen oder Gitarre spielen, vor allem zusammen.

Während der fünf Monate die ich dort verbracht habe, wurden mit Yolanda (der Ansprechpartnerin vor Ort) auch einige Reisen unternommen, da dieses Land ja auch sehr viel zu bieten hat. Ich fand es schon immer toll an Strände zufahren, aber eigentlich dachte ich immer, Strand ist Strand. In Costa Rica habe ich wirklich viele verschiedene Orte an den Küsten besucht und hatte immer das Gefühl, einer ist schöner als der andere. Auch sind die Strände an der Karibik ganz anders als die am Pazifik. Wir haben auch einige Vulkane besucht, was eine interessante Erfahrung war. Die Natur in diesem Land haut einen wirklich um, deswegen kann ich allen nur raten so viel wie möglich zu reisen. Und obwohl auch die fremden Menschen sehr freundlich und hilfsbereit sind, sollte man sich die regulären Preise für z.B. Taxifahrten, Restaurantbesuche etc. sagen lassen, da viele auf Grund des europäischen Aussehens versuchen einen Vorteil aus dem Besucher zu ziehen.

Ein Thema, dass euch Yolanda sicher auch noch ausführlich erklären wird, ist, dass die Costaricaner sehr darauf achten, dass man sich so oft wie möglich duscht, Zähne putzt und T-Shirts wechselt. Das ist sehr wichtig für die, genauso wie Kommunikation. Mir wurde von einer Gastschülerin erzählt, die wohl sehr viel Zeit in ihrem Zimmer verbracht hat und nicht viel mit der Gastfamilie geredet hat, was der Familie immer sehr komisch und auch abweisend vorkam. Ich glaube, für die Gastfamilie ist es sehr wichtig, dass man von sich aus versucht sich in die Familie einzugliedern, dass man Interesse an den persönlichen Vorlieben ebenso wie an der Kultur zeigt und auf jeden Fall versucht sich an die Gewohnheiten und die costaricanische Lebensweise anzupassen.

Wenn ich jetzt auf die letzten fünf Monate zurückschaue, sehe ich meinen Aufenthalt in Costa Rica auf jeden Fall als Bereicherung und das nicht nur wegen der Verbesserung der Sprache, sondern auch wegen der guten Erinnerungen an alles was ich erlebt habe. Es war eine unglaubliche Erfahrung und ich würde es jeder Zeit wieder machen. Wenn man immer mit dem Vorsatz an die Sache geht, das Beste aus daraus zu machen, wird es mit Sicherheit eine tolle Zeit werden.