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Gastfamilien in Japan

High School Japan: Gastfamilie & Internat

Die meisten Austauschschüler/innen wohnen während ihres Schulaufenthaltes in Japan bei einer Gastfamilie, doch wenn du möchtest, ist auch die Unterkunft in einem Internat möglich. Wissenswertes dazu findest du weiter unten, aber interessant ist natürlich auch, was ehemalige Austauschschüler/innen zum Thema sagen - mehr dazu in ihren Erfahrungsberichten

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Wissenswertes & Tipps

Gastfamilien in Japan

... erhalten zwar eine Aufwandsentschädigung, haben aber kein Interesse daran, am Austauschprogramm etwas zu verdienen. Sie nehmen Austauschschüler aus reinem Idealismus bei sich auf. Oft widmen sie sich ihnen hingebungsvoll, denn aus ihrer Sicht brauchen  Ausländer besondere Aufmerksamkeit und Pflege, da beständig kulturelle Differenzen zu überbrücken und abzufedern sind. Dies kann zur Folge haben, dass die Familien sich manchmal sogar überfordern. Möglich ist daher auch, dass du nach ein paar Monaten umziehst in eine andere Gastfamilie - auf die Art versuchen unsere Partner, die Familien zu entlasten und bei Laune zu halten. 

Ein paar Tipps:

Es dauert bei fast allen Gastfamilien und Austauschschülern ein bisschen, sich kennen zu lernen. Versuche jedes Entgegenkommen von Seiten der Familie zu würdigen, auch wenn du das Verhalten als eher zurückhaltend oder introvertiert empfindest.

Gerade in der ersten Zeit kann es passieren, dass du zu Hause und in der Schule wenig allein und "in Ruhe" gelassen wirst. Diese Fürsorge ist nicht aufdringlich gemeint, der Familie und der Schule ist es wichtig, dass du dich schnell einlebst und wohlfühlst. Es ist aber in Ordnung, wenn du dich nach Bedarf höflich zurückziehst.

Wichtig ist, dass du dich deiner Gastfamilie gegenüber dankbar zeigst, dass sie dich in ihre Familie aufgenommen haben. "Lieber ein 'Danke' mehr als zu wenig" - dieses Motto gilt in Japan eigentlich immer.

Abenteuer Kommunikation

Auch Missverständnisse zwischen Gastfamilien und Austauschschülern gibt es manchmal, und wenn, hilft es, im Kopf zu haben, dass es immer zwei Seiten gibt. Ein Beispiel:

Eine Austauschschülerin aus Deutschland interessiert sich sehr für Mangas und ist enttäuscht, dass ihre japanischen Gasteltern Mangas für "sinnlose Comics" halten. Richtig verärgert ist sie, als ihre Gasteltern versuchen, sie davor zu bewahren, ihre kostbare Zeit in Japan mit "Sinnlosem" zu verschwenden und beginnen, ihr Hausaufgaben zu geben: 40 neue Vokabeln soll sie lernen jeden Tag, und abends dann wollen die Gasteltern sie abfragen.

Verständlich für europäisch sozialisierte Menschen, dass die Gastschülerin sich ärgert, aus japanischer Perspektive allerdings sieht derselbe Fall anders aus: Die Gasteltern meinten es gut, sie finden ihre europäische Gasttochter nicht nur undankbar, sondern stören sich auch daran, dass sie ihren Ärger nicht verbarg - die japanische Etikette verlangt, gerade negative Gefühle nicht zu zeigen. Fazit: Beide Seiten sind enttäuscht voneinander und müssen durch die GLS Partner in Japan mit viel diplomatischem Geschick wieder versöhnt werden.

Sehr häufig kommt so etwas nicht vor, aber der o.g. Fall illustriert, dass du mit - wenn auch sicherlich milderen Formen - der Überfürsorglichkeit seitens deiner japanischen Gasteltern durchaus rechnen solltest. Wenn du das von vornherein ausschließen möchtest, empfehlen wir dir ein Internat. 

Internate in Japan

Wie es ist, in Japan auf eine Internatsschule zu gehen, kannst du dir in diesem Erfahrungsbericht bzw. dieser Fotoreportage einer GLS´lerin ansehen. Interessant ist auch Maries Blog, sie hat mit GLS ein Internat in Oita besucht, die Iwata High School (google map). 

Ein Beispiel mit Fotos

Die Iwata High School in Oita ist ein gutes Beispiel für ein koedukatives japanisches Internat: Es gibt ein Mädchenhaus (mit Einzelzimmern) und ein Haus für Jungen. Fotos der beiden Häuser findest du auf der Schulwebsite, oben das Jungen- und unten das Mädchenhaus:

Wie in allen japanischen Internaten wird auch hier viel Wert auf das Respektieren sozialer Konventionen gelegt. Es gibt vergleichsweise strikte Regeln und klar definierte Lernzeiten, die teilweise bis in den späten Abend reichen, wie du in diesem von der Schule herausgegeben Handbuch für das Jungenhaus sehen kannst (PDF, Seite 5).  

Allgemeines

Da die Aufnahme von internationalen Austauschschülern noch keine Tradition hat in Japan, bist du eventuell der oder die einzige im Internat - was gut ist für dein Japanisch. Nicht viele Internate nehmen überhaupt Austauschschüler/innen auf, und wenn, dann nicht immer jedes Jahr, was auch ein Grund dafür ist, dass du dir ein Internat nicht im vorhinein aussuchen kannst. Unser Partner platziert immer nach Maßgabe aktuell verfügbarer Plätze, in ganz Japan. 

Was - wie überall, so auch in Japan - für Internate spricht: Vor allem die Gemeinschaft mit Gleichaltrigen, was es dir leicht machen wird, Freunde zu finden und dich zu akklimatisieren. Da international students immer noch Seltenheitswert haben, kannst du fast immer mit besonderer Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft rechnen.

Gut möglich, dass dich ein Mitschüler oder eine Mitschülerin in den Ferien zu sich nach Hause einladen wird oder dass du mal ein Wochenende mit der Familie eines Mitschülers verbringst. Auf die Art lernst du trotz Unterkunft in einem Internat auch japanisches Familienleben kennen.

Das Programm Japan special

GLS bietet zwei Programme in Japan an, den klassischen Schulaufenthalt und auch in Programm, das sich auf das Erlernen des Japanischen konzentrieret. Letzteres findet in Fukuoka statt und kombiniert einen Sprachkurs mit nachmittäglichen Besuchen einer High School. Auch in diesem Programm hast du die Wahl, ob du lieber bei einer Gastfamilie oder im Internat wohnen möchtest. Mehr dazu hier, unter dem Reiter "Unterkunft"