Kommentar

Fragen?

Privatschulen in Frankreich: Erfahrungen

Vorname:
Marianna
Alter:
16
aus:
Lauterbach
war:
2016 für ein Semester in La ville du Bois, Essonne, Frankreich
Schultyp:
Private Schule
Kontakt:
ghazim8@yahoo.de

Hier der Bericht von Marianna:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Ich wohnte in einem Dorf ganz in der Nähe von Paris, und somit war man immer schnell da wo man hin wollte und man hat viele Möglichkeiten und verschiedenste Angebote von diversen Dingen, welche ich zu Hause nicht wahrnehmen könnte.

Das Essen war auch anders. Zu Mittag und zum Abendessen gab es jeweils ein Drei-Gänge-Menü. Es war immer so lecker, dass man nicht aufhören wollte zu essen und somit nahm ich 7 Kilo zu.

Im französischem Schulsystem gibt es auch Unterschiede zu dem deutschen. Um 8:10 fängt die Schule an und endet um 16:10. Jeden Tag, bis auf Mittwoch, da wurden nachmittags für sportinteressierte Schüler unterschiedlichste Aktivitäten angeboten.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Ich denke oft an die vielen netten Menschen, die ich dort getroffen habe. Vor allem aber an meine beste Freundin. Wir sind bis heute sehr eng befreundet und besuchen uns so oft es geht.

Ich hätte nie gedacht, dass sich in solch einer kurzen Zeit eine so enge Freundschaft aufbauen kann.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Die Gastfreundschaft meiner Gastfamilie. Zu ihnen habe ich auch steten Kontakt und ich freue mich auf die Zeit, in der meine Gastschwester bei mir sein kann.

Die Schule hat mir auch sehr gefallen weil ich von Zeit zu Zeit immer mehr von dem verstanden habe, was die Leher uns sagten. Zu Anfang war dem nicht so, und so merkte ich selbst am Ende, wie große Fortschritte ich in fünf Monaten gemacht habe. Das war ein sehr, sehr schönes Gefühl

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Mein Unterricht am Collège (Klassen 6 - 9) begann um 8:10 Uhr und dauerte den ganzen Tag bis 16:10.

Zeit, mich alleine zu fühlen, hatte ich nicht, denn sobald ich in die Klasse kam, wurde ich freundlichst begrüßt und aufgenommen.

Die meisten Schüler sind sehr aufgeschlossen und freuen sich über einen ausländischen Freund. Zuerst wurde ich mit Fragen "bombardiert". Das Kennenlernen von anderen ist demnach nicht schwer.

Auf den Tischen lagen Umschläge mit unseren persönlichen Schulunterlagen, dadurch wussten wir sofort, wo wir uns hinsetzten mussten. Zur Mittagspause gingen alle Schüler in die Kantine, in der wir, bevor man richtig hinein konnte, unsere Kantinenkarte durch einen Kartenscanner ziehen mussten. Nachdem ich das gemacht hatte, erschien mein Personalfoto auf einem Bildschirm, wovor ein Aufseher saß. Diese Aufseher beaufsichtigten unter anderem auch „la salle de permanence“ und das Schulgelände. „La salle de permanence“ ist ein Saal, in welchen sich Schüler begeben müssen, wenn sie eine Freistunde haben.

Auch wenn der Unterricht bis in den Nachmittag ging, mussten wir unsere Hausaufgaben zuhause machen. Es gab auch ein Angebot, die Hausaufgaben in der Schule zu machen, jedoch musste man dann bis 18 Uhr in der Schule bleiben. Mittwochs endete die Schule um 12:10, da es manche Schüler gibt, die „l’Activité Sportive“ machen möchten, das sportliche Nachmittagsangebot. Es gibt eine große Auswahl an sportlichen Angeboten, z.B.: Federball, Klettern, Basketball, Tischtennis, Tanzen, Reiten, Akrobatik, Volleyball,…

Die Unterrichtsweise unterscheidet sich nicht wesentlich vom Unterricht in Deutschland, doch ist die Schule als solche strenger. Besonders ist mir das aufgefallen am „Carnet de correspondence“. In dieses Heft wurden alle zu bemerkenden Nachrichten an die Eltern und umgekehrt auch an die Lehrer eingetragen. Außerdem gab es eine Kleidervorschrift, die Pearcings und aufreizende Kleidung verbietet.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Als erstes kommt die Umstellung vom Deutschen ins Französische. Am Flughafen fängt das schon an. Alle Schilder auf Französisch geschrieben, die Menschen sprechen Französisch und und und.

"Zu Hause" kann man demnach auch nicht mehr deutsch sprechen, da man von nun an woanders zu Hause ist.

Eventuell muss man sich an neue Regeln halten, die man vom deutschen zu Hause nicht kennt.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Ich nahm Klavierunterricht bei einer sehr freundlichen Frau, ging in ein kleines Ensemble mit meiner Gastschwester und verstärkte dort die Geigen und ansonsten war ich bei meinen Freunden. Wir gingen ins Schwimmbad und nach Paris zum Einkaufen.